20 Minuten zu Fuß von uns

Schloss Książ – Fürstenstein

Auf einem Felsen über der Schlucht der Pełcznica (Polsnitz), von uns 20 Minuten zu Fuß durch den Wald: über vierhundert Räume, vierzehn Terrassen und darunter Stollen aus dem Krieg, deren Zweck bis heute niemand geklärt hat.

Entfernung
etwa 2 km; ul. Piastów Śląskich 1
Von uns aus
zu Fuß etwa 20 Minuten durch den Wald, das letzte Stück bergauf; mit dem Auto 5 Minuten, aber am Schloss kostet das Parken, bei uns nicht
Zeitbedarf
Schloss mit Audioguide rund 90 Minuten, Stollen 35–45 Minuten plus eine Viertelstunde Weg vom Tor, Terrassen nach Belieben; alles zusammen 3–4 Stunden
Mit Kindern und Hund
den Kinderwagen stellen Sie dort ab, wo das Sicherheitspersonal es Ihnen zeigt, eine Trage vor dem Bauch ist erlaubt; Stollen ab 4 Jahren; Hunde (außer Assistenzhunden) dürfen nicht ins Schloss, nicht auf Terrassen und Hof und nicht einmal auf den Weg zu Stollen und Mausoleum
Barrierefreiheit
im Schloss nach Anmeldung an der Pforte ein Aufzug zu einem Teil der Säle; Stollen nicht zugänglich für Rollstühle und Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit

Siebenhundert Jahre auf einem Felsen

Bolko I. der Strenge, ein Herzog aus dem Geschlecht der Piasten, ließ die Burg zwischen 1288 und 1292 bauen. Ab 1509 gehörte sie über vierhundert Jahre lang den Hochbergs und hieß Fürstenstein; das Geld für den Ausbau kam aus der Kohle — Gruben bei Waldenburg besaß die Familie schon im 17. Jahrhundert. Heute stehen drei Epochen übereinander: der mittelalterliche Kern, der barocke Umbau von 1705 bis 1742 und der von 1909 bis 1923, der West- und Nordflügel hinzufügte und den Turm auf 47 Meter brachte. Fürstenstein gilt als drittgrößtes Schloss Polens, nach der Marienburg und dem Wawel, und ist seit 2025 polnisches Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii). Die Innenräume bauten die Nationalsozialisten um, nach dem Krieg plünderten sowjetische Soldaten das Schloss — geraubt wurde unter anderem die Bibliothek mit über 64.000 Bänden. Deshalb wirken so viele Säle leer. Kommen Sie zu Fuß von unten herauf: Vom Parkplatz am Tor aus entgeht einem, wie gewaltig das alles ist.

Ohne Auto: Bus und zwei Wege zum Tor

Von uns aus geht es am einfachsten zu Fuß: 20 Minuten durch den Wald. Wer lieber Bus fährt, steigt an der Haltestelle „Wrocławska – Fabiana“, vier Minuten vom Haus, in die Linie 8 oder 12 – aber nicht jeder Bus fährt bis zum Schloss: Die Endhaltestelle muss „Jeździecka – Zamek Książ“ heißen. Bequemer steigen Sie schon an „Jeździecka – Piastów Śląskich“ beim Gestüt aus: von dort 700 m, etwa 9 Minuten auf Asphalt und Schotter durch die Ogrody Idy, ohne Treppen. Von der Endhaltestelle ist es näher (500 m, 6 Minuten), der Weg führt aber über Kopfsteinpflaster und Steintreppen – mit Kinderwagen, für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung rät das Schloss davon ab. Vom Palmenhaus führt der weiß-rot markierte Wanderweg zum Schloss: 2 km, etwa 25 Minuten. Mit der Bahn: Gegenüber dem Bahnhof Wałbrzych Szczawienko halten die Busse 9 und 12, gegenüber Wałbrzych Miasto die 8 und 12. Die Abfahrten finden Sie auf rozklad.walbrzych.eu.

Neunzig Minuten drinnen und der goldene Maximiliansaal

Durchs Schloss gehen Sie auf eigene Faust mit Audioguide, ohne auf eine Gruppe zu warten. Deutsch ist dabei, ebenso Englisch; die eigene Familienroute für Kinder und die Fassung in polnischer Gebärdensprache gibt es allerdings nur auf Polnisch — gut zu wissen, wenn Sie mit Kindern kommen. Am längsten bleibt der Maximiliansaal im Gedächtnis: golden, zwei Stockwerke hoch, mit dem Deckengemälde von Felix Anton Scheffler aus dem Jahr 1732 und Kaminen aus schwarzem italienischem Marmor. Zwei fast fünf Meter große Gemälde Schefflers sind im Krieg verschollen; seit Ende 2025 hängen an ihrer Stelle Kopien, die nach Fotografien von 1943 rekonstruiert wurden. Bis 2029 läuft die größte Restaurierung der Barocksalons seit einem halben Jahrhundert, einzelne Säle können also geschlossen sein. Jacken, Rucksäcke und Taschen kommen in die Garderobe (ein kleiner Rucksack darf vor dem Bauch mit), Geldbeutel und Papiere behalten Sie bei sich. Fotografieren ist erlaubt und kostet nichts, aber ohne Blitz und Stativ.

Fürstin Daisy und vierzehn Terrassen

Angelegt wurden die Terrassen als streng geometrische Gärten im französischen Stil; Fürstin Daisy holte britische Gärtner, die einen Teil davon nach englischer Art umgestalteten. Heute sind es vierzehn, mit der Rosenterrasse und einem Kaskadenbrunnen. Daisy, eigentlich Mary Theresa Cornwallis-West, eine in Wales geborene Britin, heiratete 1891 Hans Heinrich XV. und wurde die berühmteste Herrin auf Fürstenstein. Auf ihre Initiative entstand in Waldenburg eine Schule für Kinder mit Behinderung. Ihr Bruder war der Stiefvater Winston Churchills, und Churchill selbst war in Fürstenstein zu Gast — das Schloss führt ihn auf seiner Liste berühmter Besucher. 1922 ließ sich der Fürst von ihr scheiden, 1941 musste sie das Schloss verlassen; sie starb 1943 in einer Villa in der heutigen ul. Moniuszki in Wałbrzych. Die Terrassen sind von April bis September geöffnet; bei gutem Wetter kann das Schloss die Saison bis in den Oktober verlängern — ob sie an Ihrem Tag offen sind, erfragen Sie im Schloss (+48 74 66 43 834).

Sagen und Gerüchte

Die Perlen der Fürstin Daisy und ein Grab, das niemand findet

Der Sage nach wurden Daisys Perlen auf einer Afrikareise aus dem Meer geholt, und ein junger Perlentaucher bezahlte das mit seinem Leben — seitdem soll ein Fluch auf dem Schmuck liegen. Einer anderen Erzählung zufolge wurde die Fürstin mit ihren Perlen begraben, weshalb Schatzsucher bis heute nach ihrem Grab suchen. Die Geschichte vom Perlentaucher hat sich höchstwahrscheinlich Andrzej Konieczny ausgedacht, in seinem reißerischen Buch „Sekrety Białej Damy“ (Die Geheimnisse der Weißen Dame) von 1989. Belegt ist Nüchterneres: Die über sechs Meter lange Perlenkette bekam Daisy von ihrem Mann auf der Hochzeitsreise in Paris, und laut „National Geographic“ wurde sie lange vor ihrem Tod zerteilt und verkauft. 1943 wurde Daisy im Mausoleum im Schlosspark beigesetzt; 1945 plünderten Rotarmisten die Gruft, und Bedienstete brachten die sterblichen Überreste wahrscheinlich auf den evangelischen Friedhof in Szczawienko (Niedersalzbrunn), unserem Ortsteil. Den Friedhof gibt es längst nicht mehr; wo die Fürstin liegt, weiß niemand.

Die Stollen unter dem Schloss: fünfzig Meter tiefer

Zwischen 1943 und 1945 bauten die Nationalsozialisten Fürstenstein im Rahmen des Projekts „Riese“ um und trieben Stollen in den Fels darunter — vielleicht für ein Hauptquartier Hitlers, vielleicht für eine Fabrik; erhalten sind so wenige Unterlagen, dass es bis heute niemand sicher weiß. Die Stollen schlagen mussten Zwangsarbeiter und Häftlinge eines Außenlagers des KZ Groß-Rosen, das ab Mai 1944 am Schloss bestand. Der zugängliche Abschnitt ist etwa einen halben Kilometer lang und liegt fünfzig Meter tief: eine betonierte Halle, Gänge im rohen Fels und die verschüttete Stelle eines Aufzugsschachts, der im Ehrenhof herauskommen sollte. Hinunter geht es nur mit polnischsprachiger Führung (ausländischen Gästen gibt die Kasse gegen Aufpreis einen Audioguide), zu einer festen Uhrzeit und in Gruppen mit begrenzter Platzzahl — kaufen Sie das Ticket vorher. Der Eingang liegt an der Nordterrasse, eine Viertelstunde zu Fuß vom Torhaus; seien Sie 15 Minuten vor Ihrer Zeit dort, denn wer zu spät kommt, bekommt sein Geld nicht zurück. Unten sind es 6 bis 12 °C: Jacke und flache Schuhe. Weitere Anlagen des Projekts Riese sehen Sie in den Stollen Walim.

Blumenfestival, Nachtbesichtigung und Winter auf Fürstenstein

Am langen Maiwochenende rund um den 1. und 3. Mai läuft das Blumen- und Kunstfestival (Festiwal Kwiatów i Sztuki): Blumenarrangements in rund vierzig Sälen und sehr lange Schlangen — kaufen Sie das Ticket online und kommen Sie von uns zu Fuß. Meist freitags oder samstags gibt es die Nachtbesichtigung (Nocne Zwiedzanie): anderthalb Stunden mit Führung, nur bei Lampenlicht, mit Gespenstergeschichten, gespielten Erscheinungen und Räumen, die tagsüber geschlossen sind, etwa den alten Kellern der Hochbergs. Für Einzelbesucher wird sie nur auf Polnisch geführt. Gedacht ist sie für Erwachsene, für Familien gibt es eigene Termine; eine eigene Taschenlampe (zur Not die im Handy) ist Pflicht, falls der Strom ausfällt, und für den Rückweg durch den dunklen Wald nehmen Sie eine Stirnlampe mit — oder das Auto. Im Winter sind Terrassen und Mausoleum geschlossen; dafür leuchteten in den letzten Jahren abends die Gärten von Schloss und Palmenhaus als „Gärten des Lichts“ (Ogrody Światła).

Öffnungszeiten, Preise und welche Routen gerade offen sind, ändern sich im Lauf des Jahres; deshalb nennen wir sie hier nicht. Prüfen Sie sie vorher auf den Seiten Tagesbesichtigung (Zwiedzanie dzienne) und Stollen unter dem Schloss (Podziemia Zamku); Tickets mit fester Einlasszeit für die Stollen gibt es im Online-Ticketshop des Schlosses.

Übernachten in Wałbrzych: unsere Zimmer bei Schloss Książ