- Entfernung
- etwa 2 km, ul. Jeździecka 3
- Weg von uns
- eine Viertelstunde zu Fuß, auf demselben Weg wie zum Schloss; zuletzt biegen Sie in die ul. Jeździecka ab; mit dem Bus 8 oder 12 bis „Jeździecka – Piastów Śląskich“ direkt am Gestüt
- Dauer
- eine halbe Stunde für einen Gang durch die Ställe, länger mit Führung oder einer Reitstunde (45 Minuten)
- Eintritt
- kostenpflichtig; das Gestüt ist mitunter auch im Kombiticket mit dem Schloss enthalten
- Eignung
- Kinder (Reiten ab 10 Jahren), der Nachmittag nach dem Schloss, Turniere in der Saison
Wie der Fürst einen Gutshof in Pferdeställe verwandelte
Im 19. Jahrhundert stand hier ein Vorwerk der Hochbergs, schon damals mit Gebäuden für Pferde. Um 1920 ließ Hans Heinrich XV. es umbauen und erweitern: Es entstanden neue Ställe, eine überdachte Reithalle, eine Schmiede und sogar Garagen für Automobile — alles um einen quadratischen Hof von hundert Metern Seitenlänge, fast vollständig in Fachwerk. Die Reithalle wurde laut einer Monografie über das Gestüt aus Lärchenholz ohne einen einzigen Nagel errichtet, und in den Spiegeln an ihren Wänden kontrollieren die Reiter ihren Sitz. Am prächtigsten ist Stall III, der Paradestall, früher allein den Rapphengsten für die Gespanne vorbehalten: Tonnengewölbe, ein mit roten Fliesen ausgelegter Gang, weiße Kacheln und die originalen Messingknäufe auf den Pfosten. Seit 2025 gehört das Gestüt zum polnischen Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) — gemeinsam mit Schloss, Park und Palmenhaus.
Von fürstlichen Rennen zum staatlichen Gestüt
Hans Heinrich XV. liebte Pferde. Auf seine Initiative hin wurden 1907 Querfeldeinrennen ausgetragen; er selbst war Hauptrichter, die Preise überreichte Fürstin Daisy. Die Schulden der Familie führten dazu, dass 1935 der preußische Staat die Ställe übernahm und am 1. April 1939 darin das Landgestüt Fürstenstein eröffnete: 141 Hengste kamen aus Leubus (Lubiąż), überwiegend Oldenburger. Im Mai 1945 wurden die Pferde des Gestüts zu Fuß über Landeshut (Kamienna Góra) in Richtung Böhmen geführt (zurück blieben nur einige ältere Hengste); die Rote Armee hielt den Treck an und nahm alle Pferde mit. Die Ställe überstanden den Krieg unbeschädigt. 1947 nahm hier das polnische Staatliche Landgestüt „Książno“ den Betrieb auf — so hieß Książ nach dem Krieg für kurze Zeit —, und unter den ersten zugeteilten Pferden war kein einziges Schlesisches Pferd. Erst ein Jahr später spürte man in Niederschlesien zwölf Hengste auf, die überlebt hatten: schlesische, oldenburgische und ostfriesische. Unter ihnen war der schlesische Egon I, der die Rasse nach dem Krieg so stark geprägt hat wie nur wenige andere Hengste.
Das Schlesische Pferd und ein Weltmeister aus Książ
Das Schlesische Pferd ist ein schweres Warmblut: Einheimische Stuten wurden mit oldenburgischen und ostfriesischen Hengsten gekreuzt, geformt wurde die Rasse vor allem zwischen 1880 und 1939; den Verband ihrer Züchter gründete man 1912 hier in Waldenburg, dem heutigen Wałbrzych. Es kommt als Brauner oder Rappe vor, gelegentlich als Schimmel — Füchse sieht der Rassestandard nicht vor. Bei Weltmeisterschaften im Fahrsport holt das Schlesische Pferd Medaillen: Władysław Adamczak, der von 1970 bis 1984 einen Vierspänner schlesischer Hengste aus Książ fuhr, brachte 1980 aus Windsor Mannschaftsbronze mit, und Sonet, ein Hengst, den das Gestüt in seiner Pferdeliste führt, wurde 2018 mit Bartłomiej Kwiatek Weltmeister der Einspänner — als erstes Pferd polnischer Zucht mit Einzelgold. In der Saison durchlaufen junge Pferde hier eine 60-tägige Ausbildung zum Fahrpferd; mit etwas Glück können Sie beim Training zusehen.
Besichtigung und Reiten: Eintritt, Führung, Anmeldung
Über das Gelände gehen Sie auf eigene Faust; der Eintritt ist kostenpflichtig. Eine Führung muss vorher vereinbart werden — telefonisch, per E-Mail oder über das Formular auf der Seite des Gestüts; gültig ist die Reservierung erst, wenn das Büro sie bestätigt hat. Zur Wahl stehen Reitstunden in der Gruppe, als Einzelstunde, im Gelände und an der Longe, jeweils 45 Minuten; Kinder dürfen ab 10 Jahren reiten. Angemeldet wird per SMS beim Reitlehrer (die Nummer steht auf der Seite des Gestüts), und sicher ist der Termin erst mit seiner Antwort — schreiben Sie einige Tage vorher, besonders fürs Wochenende. Manchmal werden für ein paar Tage keine Anmeldungen angenommen, und an einzelnen Tagen bleibt das Gestüt geschlossen. Für die Ställe geschlossene Schuhe, keine Sandalen: Im Hof kann es nass sein. Kleineren Kindern genügt ein Gang an den Boxen entlang; die Pferde bitte nicht füttern und nicht in die Boxen greifen.
Turniere und Veranstaltungen: wann auf dem Hippodrom etwas los ist
In den 1980er- und 1990er-Jahren war Książ Gastgeber internationaler Dressurturniere, bei denen unter anderem Reiner Klimke und Anky van Grunsven an den Start gingen; das Hippodrom mit dem Sandviereck in der Mitte entstand 1984. Heute ist am meisten los an den langen Maifeiertagen um den 1. und 3. Mai, der polnischen „Majówka“ (dann gibt es auf dem Gelände mitunter einen Markt, und es wird ziemlich voll), Ende August beim Art Cup, einem Turnier, bei dem Prominente in Dressur, Springen und Fahren antreten, sowie beim Championat junger Schlesischer Pferde und bei den Auktionen mit Vorführungen. Das ist die beste Gelegenheit, diese Pferde bei der Arbeit zu sehen und nicht nur in der Box. Die Termine wechseln jedes Jahr — schauen Sie in den Veranstaltungskalender.