Lubiechów, eine Viertelstunde zu Fuß

Palmenhaus Wałbrzych

Das Glashaus, das Hans Heinrich XV. von Hochberg kurz vor dem Ersten Weltkrieg für Fürstin Daisy bauen ließ: Grotten aus vulkanischem Tuff vom Ätna, über 250 Pflanzenarten und eine ständige Bonsai-Ausstellung. Eine Viertelstunde zu Fuß von uns, in Lubiechów (Liebichau) — der Ort für den Tag, an dem es von früh an regnet.

Entfernung
gut ein Kilometer; Lubiechów, ul. Wrocławska 158
Von uns aus
eine Viertelstunde zu Fuß: Witosa, Zdrojowa und ein kurzes Stück der verkehrsreichen Wrocławska
Zum Schloss und mit dem Bus
zum Schloss auf dem weiß-roten Wanderweg 2 km, etwa 25 Minuten bergauf; die Busse 8, 9 und 12 halten fast gegenüber an „Wrocławska – Szczawienko“ – eine Station weiter als unsere Haltestelle
Aufenthalt
45 Minuten bis eine Stunde; Rundgang mit fester Laufrichtung, etwa 500 m
Eintritt
eigenes Ticket oder Kombiticket mit dem Schloss; in den letzten Saisons galt das Schlossticket auch fürs Palmenhaus — aufheben und die Regeln vor dem Losgehen prüfen
Wann und mit wem
bei Regen und im Winter, mit Kindern; keine Hunde (außer Assistenzhunden)

Wände vom Ätna und tausend steinerne Blumentöpfe

Das Bemerkenswerteste sind hier die Wände. Der Fürst ließ sieben Eisenbahnwaggons erstarrter Lava vom Ätna aus Sizilien heranschaffen (in manchen Erzählungen sind daraus inzwischen fast sechzig geworden). Aus dem zerschlagenen Tuff wurden Grotten, Wasserfälle und Wände mit Pflanztaschen aufgeschichtet; das Grün wächst also direkt aus dem Fels und nicht aus Beeten mit Schildern davor. Jahrelang waren die Wände von einem Ficus überwuchert. Als man ihn entfernte, kamen über tausend solcher Taschen zum Vorschein, in die zur Zeit der Hochbergs Pflanzen gesetzt wurden, die für die vier Jahreszeiten standen — heute sind diese „Tufftöpfe“ an den Wegen wieder zu sehen. Herzstück ist die fünfzehn Meter hohe Halle aus Metall und Glas mit den Dattelpalmen, umgeben von eingeschossigen Gewächshäusern; zusammen sind das etwa 1900 Quadratmeter. Die Halle stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, unberührt geblieben ist sie allerdings nicht: 1963 wurden Heizung und Verglasung erneuert, später auch Teile der Konstruktion.

Wonach Sie suchen sollten: eine Palme, älter als ihr Glashaus, und ein 200 Jahre alter Bonsai

Über 250 Arten wachsen hier, nach Klimazonen geordnet: Bambus und Ficus aus Asien, Eukalyptus aus Australien, Kakteen und Agaven aus Mittelamerika, Zitrusbäume aus dem Mittelmeerraum; am Anfang waren es rund achtzig. In ihrem Bulletin von 2018 empfahl die Verwaltung, nach einigen Exemplaren Ausschau zu halten: nach der Kanarischen Dattelpalme, deren Alter man damals auf etwa 170 Jahre schätzte — sie ist also älter als das Gebäude selbst; nach einer über hundertjährigen Araukarie, die hier zehn Meter hoch geworden ist; nach den Agaven, die nur einmal im Leben blühen, in Europa meist nach rund dreißig Jahren, und danach absterben (als hier 1978 die erste blühte, wuchs ihr Blütenschaft bis zu 20 Zentimeter am Tag und erreichte acht Meter); und nach der Yucca, die im Oktober eine fast meterlange Rispe cremefarbener Blüten trägt. In einem eigenen Bereich steht die ständige Bonsai-Ausstellung, laut Verwaltung die einzige dieser Art in Polen. Der älteste Baum ist ein zweihundertjähriger Wacholder, und die Bäumchen folgen der Jahreszeit draußen — im Herbst verfärben sie sich wie der Wald.

Ein Geschenk für Daisy und die Gärtnerei, die das Schloss versorgte

Gebaut hat das Palmenhaus Hans Heinrich XV. von Hochberg, gedacht war es für seine Frau, die Engländerin Mary Theresa Cornwallis-West, die alle Daisy nannten. Die Schlossverwaltung datiert den Bau auf 1908 bis 1911, das Denkmalregister auf 1911 bis 1913; gekostet hat er sieben Millionen Goldmark. Rund um die Halle in Liebichau, dem heutigen Lubiechów, entstanden Treibhäuser, Gärten im japanischen Stil, ein Rosengarten, ein Obst- und ein Gemüsegarten; Forscher, die sich mit den Gärten von Książ (Fürstenstein) befassen, sprechen von der größten Schaugärtnerei im Osten des damaligen Deutschlands. Von hier kamen Obst und Gemüse für die fürstliche Küche und Setzlinge für den Park, den Daisy mit britischen Gärtnern in einen Landschaftspark voller Rhododendren verwandelte. Im Rosengarten wuchs die cremeweiße Rose „Fürstin von Pless“, die Peter Lambert 1911 zu Daisys Ehren gezüchtet hatte — hier gibt es sie nicht mehr, laut Verwaltung aber auf der Rosenterrasse des Schlosses. Nach 1940 verfiel das Palmenhaus, 2012 kaufte es die Stadt, und seit 2025 ist es — zusammen mit Schloss, Park und Gestüt — polnisches Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii). Wie es zu Daisys Zeit aussah, zeigen die Fotos des fürstlichen Kochs Louis Hardouin in der Ausstellung „Książ od kuchni“ (etwa: Fürstenstein, von der Küche aus gesehen) im Schloss.

Ein Palmenhaus für Daisy von Pless, versprochen am Hochzeitstag?

Man erzählt sich, das Palmenhaus habe mit einer Hochzeit begonnen. Am 8. Dezember 1891 heirateten Daisy und Hans Heinrich XV. in der Kirche St. Margaret in Westminster; das Gotteshaus war mit Palmen und weißen Blumen geschmückt, der Brautstrauß aus Orangenblüten gebunden. Schon damals, so heißt es, habe sich der junge Ehemann vorgenommen, seiner Frau in Liebichau, unweit des Familiensitzes Fürstenstein, einen Wintergarten zu schenken. So erzählte es die Schlossverwaltung selbst in ihrem Bulletin — mit einem vorsichtigen „wahrscheinlich“. Belegt ist der weniger märchenhafte Hintergrund: Gebaut wurde das Palmenhaus für Daisy erst rund zwanzig Jahre nach der Hochzeit, und 1922 ließ sich das Paar scheiden. Das Glashaus hat diese Ehe um mehr als hundert Jahre überdauert.

Bevor Sie losgehen: Jacke, Hund und Ticket

Drinnen ist es warm und feucht: Im Winter beschlägt die Brille gleich hinter der Tür, und die Jacke ziehen Sie nach ein paar Minuten aus — dicke Sachen lassen Sie also am besten im Zimmer. Sie gehen auf eigene Faust durch, ohne Führung und ohne auf eine Gruppe zu warten. Mit Kindern ist das bequem: alles überdacht, nichts unter der Erde; Kinder bis 12 Jahre dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen hinein. Hunde haben keinen Zutritt (außer Assistenzhunden) — sind Sie mit Hund bei uns, gehen Sie am besten abwechselnd hinein. Auf dem Rundgang gibt es bauliche Hindernisse; mit Rollstuhl oder Gehhilfen rufen Sie besser vorher an. In den letzten Saisons berechtigte das Schlossticket auch zu einem Besuch im Palmenhaus innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf (Tickets für die Nachtbesichtigung, Nocne Zwiedzanie, zählten nicht) — heben Sie es auf und prüfen Sie, ob die Regel noch gilt. Im Winter lohnt sich ein Abendbesuch: In den letzten Saisons, von November bis Februar, beleuchteten die Gärten des Lichts (Ogrody Światła) Palmenhaus und Garten, mit eigenem Ticket. Ob sie in diesem Winter wiederkommen, steht auf ihrer Seite — von uns ist es eine Viertelstunde zu Fuß, ganz ohne Parkplatzsuche.

Beschreibung und Kontakt finden Sie auf der Palmenhaus-Seite von Zamek Książ, aktuelle Öffnungszeiten und Preise unter Tagesbesichtigung (Zwiedzanie dzienne) und Tickets, auch als Kombiticket mit dem Schloss, im Online-Ticketshop.

Übernachten in Wałbrzych: unsere Zimmer bei Schloss Książ