- Vom Haus
- 2 km, etwa eine halbe Stunde bergauf; auf der markierten Route über das Palmenhaus etwa 40 Minuten
- Rundweg
- Haus → Stary Książ → Pełcznica-Schlucht → Schloss Książ → Haus: ca. 7,5 km, 2 Stunden reine Gehzeit, ca. 200 Höhenmeter
- Wege
- grün (Piastenburgen-Weg), rot markierter Spazierweg ab der St.-Anna-Kirche, gelb und rot in der Schlucht, Hochberg-Pfad
- Zugang
- frei, die Ruine ist nicht eingezäunt; der Schluchtweg nur bei Tageslicht und nicht bei Schnee
- Gut zu wissen
- ein halber Tag, feste Wanderschuhe; Hunde an der Leine; in der Schlucht keine Kinderwagen und keine Fahrräder; Ruine ungesichert
So kommen Sie zur Ruine Stary Książ: drei Wege ab unserer Haustür
Der einfachste Weg ist ab dem Palmenhaus durchgehend markiert: vom Haus eine Viertelstunde auf ebener Strecke zum Palmenhaus, dort nehmen Sie den grünen Piastenburgen-Weg (Szlak Zamków Piastowskich) — über die ul. Lubiechowska, dann auf einem Waldpfad bergauf zur Ruine: 1,9 km, 25 Minuten, 60 Höhenmeter. Wer sich auskennt, kürzt ab: über die ul. Zdrojowa in die ul. Jaworowa und diese bis zum Ende, auf einem Pfad hinunter zur Lubiechowska und weiter auf dem grünen Weg — 2 km, aber die ersten 700 Meter ohne Markierung. Die dritte Variante beginnt an der St.-Anna-Kirche aus dem 16. Jahrhundert in Szczawienko, 900 Meter vom Haus: Hundert Meter weiter nehmen Sie den rot markierten Spazierweg, der durch den Wald direkt zur Ruine führt. Alle drei Varianten zeigt unsere Karte unten; darunter können Sie die GPX-Datei herunterladen.
Echte Burg, gebaute Ruine
Auf diesem Felssporn stand schon im 9./10. Jahrhundert eine Wallburg, später eine gemauerte Burg. Ob Herzog Bolko I. der Strenge hier Ende des 13. Jahrhunderts seine erste Festung baute und sie dann auf den Felsen jenseits der Schlucht verlegte oder ob es nur ein Wachposten war, darüber streiten die Historiker bis heute; in der Luftlinie liegen die beiden Burgen nur wenige hundert Meter auseinander. In der Hussitenzeit sollen hier Raubritter gesessen haben, Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg geschleift. Ab 1509 gehörte das Land den Hochbergs, und Hans Heinrich VI. ließ 1794–1797 nach Plänen von Christian Wilhelm Tischbein auf den alten Mauern eine romantische „Ruine“ errichten: mit Burggraben, einem Tor mit zwei Türmchen, Festsaal, Rüstkammer, Kapelle, Gerichtssaal, Gefängnis mit Folterkammer und einem Verlies, das noch aus der Zeit der mittelalterlichen Burg stammte. Sie sollte eine Ritterkulisse gegenüber dem Stammsitz der Familie sein, und lange hielt man sie auch für nichts anderes; erst archäologische Untersuchungen Ende des 20. Jahrhunderts bestätigten, dass unter der gebauten Ruine eine echte steckt.
Sagen und Gerüchte
Die Sage von Fürstenstein: der schwarze Stein und die Burg als Lohn
Der Sage nach verirrte sich der junge Knappe Bolko einst in diesen Wäldern und fand an einer schönen Stelle einen schwarzen Stein: Kohle. Er brachte ihn dem König, der ihm zum Lohn erlaubte, eine Burg zu bauen. In einer anderen Fassung ist es Ritter Funkenstein, der 933 dem Sachsenherrscher Heinrich dem Vogler einen Sack im Wald gegrabener Kohle gebracht haben soll. Dafür sei er geadelt worden, mit dem Auftrag, von einer Burg in Schlesien aus den „schwarzen Schatz“ zu hüten. Auf welcher Seite der Schlucht sie stand, verrät keine Fassung. Die belegte Geschichte klingt nüchterner: Die Burg Bolkos I. entstand 1288–1292, Kohle förderte man hier erst viel später. In einem Punkt hatte die Sage aber recht — auf der Kohle des Waldenburger Reviers gründete sich später das Vermögen der Hochbergs.
Schlesiens letztes Turnier und ein Restaurant in der Ruine
Am 19. August 1800 fand im Burghof von Alt Fürstenstein ein Turnier zu Ehren von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise statt; es gilt als das letzte Ritterturnier Schlesiens. Vertreter der bedeutendsten schlesischen Familien traten in Rittertracht an, jeder mit Knappen und Pferd, und den Siegern hängte die Königin Orden an hellblauen Schärpen um. Danach stand die Ruine keineswegs leer: Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie ein Ausflugsziel, mit Restaurant, vier Gästezimmern und einem Teil der Sammlungen der Hochbergs — nach Angaben des Schlosses Książ kam sogar Karl May hierher, der Schöpfer Winnetous. 1945, schon nach Kriegsende, steckten Soldaten der Roten Armee das Gebäude in Brand. Geblieben ist das Gerippe: Mauern mit Spitzbogenfenstern aus rotem Backstein, zwei von anderen Bauten hierher versetzte Renaissance-Portale (eines aus dem abgerissenen Schloss in Trzebień bei Bolesławiec, früher Kittlitztreben bei Bunzlau) und Reste der Kapelle mit einem runden Türmchen. Achten Sie auf den Efeu, der die Mauern umrankt: ein im Reservat geschütztes Exemplar, dessen Stamm 82 Zentimeter Umfang hat.
Rundweg über den Hochberg-Pfad zum Schloss Fürstenstein
Bevor Sie absteigen, machen Sie am Aussichtspunkt neben dem Pfad Halt: Von dort sehen Sie über die Schlucht hinweg das Schloss Książ. Den Blick gibt es auch von der Spitze des Felssporns, dort fehlt aber jedes Geländer — halten Sie Abstand zur Kante. Von der Wegkreuzung an der Ruine steigen Sie auf dem gelben Weg zur Pełcznica ab (900 Meter, 86 Höhenmeter bergab) oder auf dem kürzeren roten. Auf der Schluchtsohle führen die markierten Wege und der Hochberg-Pfad weiter: Holzstege über dem Abgrund, Durchgänge zwischen den Felsen, Treppen und Tafeln zu Natur und Geschichte. Sie kommen am Łabędzi Staw vorbei, dem „Schwanenteich“ — den Teich gibt es nicht mehr, doch auf der einstigen Insel stehen noch Reste eines Grabdenkmals, das Tischbein für zwei im frühen Kindesalter gestorbene Söhne Hans Heinrichs VI. entwarf. Ein Stück weiter steht Cis Bolko, eine der ältesten Eiben der Sudeten: Humboldt gab ihr achthundert Jahre, heute schätzt man sie auf rund sechshundert. Es ist ein weiblicher Baum, streng genommen müsste sie also „Bolkówna“ heißen, die weibliche Form von Bolko. Von dort geht es auf dem rot-grün markierten Weg bergauf zum Schloss Książ (700 Meter). Zurück nehmen Sie unseren üblichen Weg — zwanzig Minuten durch den Wald am Gestüt vorbei — oder den längeren: über die ul. Piastów Śląskich und die Aleja Rodziny Hochbergów hinunter zum Palmenhaus (2 km, etwa 25 Minuten) und von dort in einer Viertelstunde nach Hause. Die ganze Runde misst rund 7,5 km, reine Gehzeit zwei Stunden.
Bevor Sie in die Schlucht hinuntergehen
Feste Wanderschuhe: Die Schluchtwege sind schmal, mit Treppen und Stegen über dem Abgrund, nach Regen und im Laub rutschig. Sie gehen durch das Naturreservat „Przełomy pod Książem“, und auf dem Hochberg-Pfad gilt die Wegeordnung des Forstamts: Hunde nur an der Leine, auf dem Weg bleiben, Fahrräder und andere Fahrzeuge auf Rädern sind verboten — mit dem Kinderwagen kämen Sie an den Treppen und schmalen Stegen ohnehin nicht weiter. Der Pfad ist von der Morgen- bis zur Abenddämmerung freigegeben, aber nicht bei Schneedecke, starkem Wind, Starkregen oder Gewitter; Abschnitte, die wegen Forstarbeiten gesperrt sind, erkennen Sie an einer Tafel „ZAKAZ WSTĘPU“ (Betreten verboten) oder an einem roten Fähnchen. Im September 2023 ist ein Stück des Weges zwischen Stary Książ und dem Łabędzi Staw eingestürzt; im November 2025 hat das Forstamt mit der Reparatur begonnen. Ob dieser Abschnitt schon wieder offen ist, sehen Sie vor dem Aufbruch in den Meldungen des Forstamts; falls nicht, folgen Sie vor Ort der ausgeschilderten Umleitung. Die Ruine ist ungesichert — hohe Mauern über dem Abgrund, keine Geländer, Keller, die Sie nicht betreten sollten. Mit kleinen Kindern gehen Sie besser nur oben bis zur Ruine und zurück; achten Sie nach Regen auf Feuersalamander, aber fassen Sie sie nicht an. Bei einem Unfall wählen Sie die 112, das Forstamt erreichen Sie unter +48 74 888 05 60.