- Vom Haus
- 5,5 km zu Fuß über Palmenhaus und Lubiechów, ca. 1,5 Stunden, gut 100 Höhenmeter
- Weg
- grün ab dem Palmenhaus (Piastenburgen-Weg); zurück auf Blau über den Witosz oder mit dem Bus ab Lubiechów
- Dauer
- ein halber oder ein ganzer Tag: hin und zurück rund 11 km, 3 Stunden Gehzeit plus Rast
- Vor Ort
- am See weder Toilette noch Laden noch Unterstand; einen Unterstand mit Tischen gibt es auf dem Gipfel des Witosz
- Gut für
- einen stillen Tag im Wald, Fotografen, Kinder ab dem Schulalter; nicht zum Baden, nicht mit Kinderwagen, mit Hund eher nicht
Der Weg von Daisys Palmenhaus zum Daisy-See
Über die ul. Witosa sind Sie in einer Viertelstunde am Palmenhaus in Lubiechów, das Hans Heinrich XV. von Hochberg für Daisy bauen ließ — der Weg beginnt also bei einem Geschenk für die Fürstin und endet an dem See, der ihren Namen trägt. Am Palmenhaus steht eine Tafel mit der Karte des Parks, und hier steigen Sie in den grünen Piastenburgen-Weg (Szlak Zamków Piastowskich) ein: 800 Meter auf Blau-Grün bis zur ul. Lisia, 1,3 km auf Grün bis zur ul. Wilcza, ein halber Kilometer bis zum Waldrand, dann 1,5 km durch den Wald bergauf zum Sattel Pod Witoszem (443 m) und ein halber Kilometer hinunter zum Tor des Reservats und zum See auf rund 400 m Höhe — vom Haus zusammen etwa 5,5 km. Bei gleichmäßigem Tempo reichen anderthalb Stunden; der Wegweiser des polnischen Wandervereins PTTK rechnet vom See bis zum Palmenhaus 1 Std. 45 Min., mit Kindern oder Kamera planen Sie vom Haus aus also besser zwei Stunden ein. Falls die Kraft für den Rückweg nicht reicht: Der grüne Weg führt an der Bus-Endhaltestelle an der ul. Wilcza in Lubiechów vorbei, 55 Minuten vom See, und von dort bringt Sie die Linie 8 zu unserer Haltestelle Wrocławska – Fabiana; die aktuellen Abfahrten stehen im Fahrplan. Derselbe Weg läuft weiter über Pogorzała und Złoty Las bis zur Burg Grodno (Kynsburg), laut Wegweiser 3 Std. 30 Min. ab dem See; den Rückweg von dort müssen Sie dann aber selbst organisieren.
Ein 375 Millionen Jahre altes Riff in einer grünen Schüssel
Der See füllt einen alten Steinbruch. Gebrochen wurde hier eine Linse aus Riffkalk des Oberdevons: die Ablagerung eines flachen, warmen Meeres, in dem Korallen wuchsen. Seit 1870 steht die Grube teilweise unter Wasser. Der See misst 0,66 Hektar, ist fast oval und bis zu 23 Meter tief; nach seinem grünen Wasser bekam er 1954 den amtlichen Namen Jezioro Zielone (Grüner See), auf den Wegweisern und in der Gegend ist er aber der Daisy-See geblieben. Im Fels und in den Mergelschichten fand man Korallen, Armfüßer (Brachiopoden), Seelilien, Muschelkrebse, Schnecken und Kopffüßer; schon 1873 beschrieb Władysław Dybowski von hier zwei Korallenarten. Das 1998 gegründete Reservat schützt auf 7,11 Hektar die im Steinbruch freigelegten Fossilien und dazu den nährstoffreichen Sudeten-Buchenwald, der ihn umgibt. Am schönsten ist es im zeitigen Frühjahr, bevor die Buchen austreiben: Dann blühen Schneeglöckchen, Windröschen und Seidelbast, später Maiglöckchen. Der Wasserstand hängt vom Wetter ab — nach einem trockenen Sommer sinkt er und legt ein schlammiges Ufer frei, nach verregneten Wochen ist der See wieder voll.
Die Bastei der Fürstin Daisy und ein Fossil mit ihrem Namen
Der Name geht auf Fürstin Daisy von Pless (1873–1943) zurück, die diesen Ort besonders liebte: eine in Wales geborene Britin und die berühmteste Herrin auf Schloss Książ, dem einstigen Fürstenstein. Auf den Karten vor dem Krieg stand „Daisy-See“. Auf ihre Anweisung wurde einer der alten Kalköfen zu einer Bastei mit Jägerstube umgebaut. Heute ist das eine Ruine aus Bruchstein, mit einem Spitzbogenfenster und einem spitzen Holzdach. Daneben steht ein zweiter alter Kalkofen, und nicht weit davon sind Mauerreste eines kleinen Jagdschlösschens erhalten. Die spannendste Spur der Fürstin steckt aber im Fels: 2013 beschrieb der Paläontologe Adam T. Halamski von der Polnischen Akademie der Wissenschaften eine neue Armfüßer-Art aus diesem Steinbruch und nannte sie Spinatrypa mariaetheresiae — nach Daisys eigentlichen Vornamen, Mary Theresa. Die Fürstin, deren Grab heute niemand mehr zeigen kann, hat damit ein Denkmal, das 375 Millionen Jahre alt ist.
Bevor Sie losgehen: Verbote, Hund, Proviant
Es ist ein Naturreservat: Baden, Schwimmen und Tauchen sind verboten, ebenso das Sammeln von Steinen und Fossilien, Feuermachen, Rauchen, Zelten, Lärm und das Verlassen des Weges. Fossilien betrachten Sie im Fels, nicht im Rucksack. Hunde: Das polnische Naturschutzgesetz verbietet grundsätzlich, Hunde in Reservate mitzunehmen (Ausnahmen: Assistenzhunde und Stellen, die der Schutzplan ausweist); eine eigene Ausnahme für den Daisy-See haben wir nicht gefunden — lesen Sie die Tafeln am Tor und rechnen Sie mit einem Verbot. Die Steinbruchwände sind steil und haben nur stellenweise Geländer, und die Bastei ist weder saniert noch gesichert: Gehen Sie nicht hinein und behalten Sie Kinder bei sich. Das Ufer ist oft rutschig und morastig. Am See gibt es keine Toilette, keinen Laden und keinen Unterstand — nehmen Sie Wasser und etwas zu essen mit. Nach Regen und im Winter sind die Wege rutschig, und mit dem Kinderwagen kommen Sie nicht durch: Es sind Waldwege mit einem Anstieg über den Sattel. Bei Trockenheit oder nach einem Sturm wird der Wald manchmal vorübergehend gesperrt — die aktuellen Betretungsverbote veröffentlicht die staatliche Forstverwaltung Lasy Państwowe.