Kurort, 4,4 km

Szczawno-Zdrój – Bad Salzbrunn

Eine Stunde zu Fuß von uns, auf ebenem Weg: die Wandelhalle, die Trinkhalle mit vier Wässern zum Probieren, das Wieniawski-Theater, Parks und Aussichtstürme. Ein Kurort, den die Hochbergs aus Fürstenstein ab 1815 ausbauten — für den Nachmittag nach dem Schloss oder für einen ganzen Regentag.

Entfernung
etwa 4,4 km bis zur Trinkhalle, ul. Kościuszki 23
Weg von uns
etwa eine Stunde zu Fuß auf ebenem Weg oder mit dem Stadtbus; mit dem Auto 10–12 Minuten, Parkplätze u. a. an der Aleja Spacerowa
Dauer
von einer Stunde für Wandelhalle und Trinkhalle bis zu einem ganzen Tag mit dem Chełmiec
Eignung
Spaziergang ohne Auto, Regen, der Abend nach dem Schloss
Mit Kindern
Spielplatz im Schwedenpark, kostenlose Quests, Aussichtsturm mit Rampe für den Kinderwagen, bei Regen ein Hallenbad mit Planschbecken

Trinkhalle und Wandelhalle: vier Wässer zum Probieren

Die überdachte Wandelhalle entstand, damit die Kurgäste bei jedem Wetter von Quelle zu Quelle gehen konnten. Die erste, hölzerne Elisenhalle (Hala Elizy) entwarf 1830 Joseph Raabe — ein schlesischer Maler, der 1811 bei Goethe in Weimar wohnte und ihn zweimal porträtierte. Sie brannte 1893 zusammen mit der Trinkhalle ab; die heutige Halle aus Holz und Mauerwerk wurde 1896 fertiggestellt. In der Trinkhalle probieren Sie täglich vier Wässer: „Mieszko“, „Młynarz“, „Dąbrówka“ und „Marta“. Es sind Natrium-Hydrogencarbonat-Säuerlinge, jeder anders zusammengesetzt — fangen Sie mit kleinen Schlucken an und vergleichen Sie. Die Trinkhalle steht allen offen, nicht nur Kurgästen; bringen Sie einen eigenen Becher mit oder fragen Sie vor Ort nach einem. Am frühen Nachmittag gibt es eine kurze technische Pause — die Zeiten nennt die Seite der Trinkhalle.

Ein Wasser, das sogar in China bestellt wurde

Wasser schöpfte man hier lange vor dem Kurbetrieb: In der Nähe des Hangs, auf dem heute der Turm Wieża Anny steht, wurde eine fast 2000 Jahre alte Mineralwasserfassung entdeckt. In der ersten Erwähnung von 1221 heißt der Ort „Salzborn“. Das klingt nach Salzquelle, doch die Kurchronik leitet den Namen eher vom Familiennamen des Lokators ab, der das Dorf anlegte — und salzig ist das Wasser ohnehin nicht. Es ist ein Säuerling, polnisch „szczawa“, und daher stammt der polnische Name. Am berühmtesten war der Mühlbrunnen, 1790 auf dem Grundstück des Müllers Demuth entdeckt und seit 1945 „Młynarz“ (Müller) genannt: Von 1816 bis 1840 sollen 2,5 Millionen Flaschen seines Wassers verschickt worden sein; gefragt war es in ganz Europa, sogar in Amerika und Asien, und 1825 traf eine Bestellung aus China ein.

Das Kurtheater und nebenan der Saal, in dem Wieniawski Furore machte

Das Kurtheater in der ul. Kościuszki 19 steht seit 1896: außen eine klassizistische Fassade, innen ein reich geschmückter Saal im Stil des Neorokoko mit Vergoldungen. Gleich daneben, im heutigen Weißen Saal (Biała Sala), dem früheren Kursaal nach Raabes Entwurf, spielte am 16. August 1855 der zwanzigjährige Henryk Wieniawski; die „Gazeta Warszawska“ meldete, er habe Furore gemacht. Heute ist der Geiger Namenspatron des Theaters, und das nach ihm benannte Festival findet seit 1966 statt, meist im Juni. Wieniawski hören Sie hier auch ohne Eintrittskarte: Täglich um 12:00 und um 20:00 Uhr erklingt vom Turm Wieża Anny, 1818 ebenfalls nach Raabes Entwurf errichtet, sein „Polnisches Lied“ („Pieśń polska“).

Fürstin Daisys Grand Hotel und Hauptmanns Geburtshaus

Wenige Minuten von der Halle entfernt, in der ul. Kolejowa 14, steht das frühere Grand Hotel, 1910 von Hans Heinrich XV. von Hochberg eröffnet. Über die Ausstattung der Räume wachte seine Frau, Fürstin Daisy, die hier im Ersten Weltkrieg — wie auf dem Schloss — ein Lazarett für verwundete Soldaten einrichtete. Das Grand Hotel in Sopot (Zoppot), in den 1920er-Jahren gebaut, gilt als seine Kopie. Heute ist das Haus das Sanatorium Dom Zdrojowy, und die Festsäle dienen weiterhin Kulturveranstaltungen. Hinein kommen Sie zum Beispiel auf einen Kaffee: In einem der Säle befindet sich das Daisy Cafe. Die zweite Adresse ist das Sanatorium „Korona Piastowska“, früher das Hotel „Zur Krone“, das die Eltern der Brüder Hauptmann führten. Hier kamen Carl (1858) und Gerhart (1862) zur Welt; Gerhart Hauptmann erhielt 1912 den Literaturnobelpreis. Das Haus können Sie von außen ansehen.

War Churchill im Grand Hotel von Bad Salzbrunn?

In Szczawno erzählt man sich bis heute, Winston Churchill sei im Grand Hotel abgestiegen; die Website der Stadt zählt ihn zu den Gästen des Hotels. Die Geschichte hat einen echten familiären Hintergrund: Daisys Bruder George Cornwallis-West war von 1900 bis 1914 mit Jennie verheiratet, der Mutter Churchills — und dabei nur sechzehn Tage älter als sein Stiefsohn. Belegt ist dagegen Churchills Aufenthalt beim Kaisermanöver nahe Breslau im September 1906, vier Jahre vor der Eröffnung des Hotels. Ein Dokument mit dem Datum eines Besuchs in Szczawno hat bisher niemand vorgelegt. Nehmen Sie es also als gute Anekdote, nicht als Tatsache.

Parks, Türme und ein Plan für Regentage

Über der Halle steigt der Kurpark mit der Konzertmuschel an, dahinter liegt der Schwedenpark (Park Szwedzki): Teiche mit Springbrunnen, ein großer Spielplatz aus Naturmaterialien und ungewöhnliche Bäume, darunter eine Korkeiche und eine Sumpfzypresse, deren Atemwurzeln aus dem Boden ragen. Für Kinder gibt es zwei kostenlose Quests, Rätselrouten mit einem Schatz am Ende; Faltblätter liegen unter anderem an der Rezeption des Dom Zdrojowy, und mit der kostenlosen App „Questy – Wyprawy Odkrywców“ geht es auch ohne. Auf dem Wzgórze Gedymina steht seit 2022 ein 30 Meter hoher Aussichtsturm mit einer Spiralrampe ohne Stufen — hinauf kommen Sie auch mit dem Kinderwagen, und bei guter Sicht sehen Sie das Riesengebirge und den Sky Tower in Breslau. Für einen ganzen Tag bietet sich der Chełmiec (850 m) an: ab der Trinkhalle sanft auf Schwarz oder kürzer, aber steil auf Blau; der steinerne Turm auf dem Gipfel ist in der Saison an Wochenenden geöffnet. Wenn es schüttet, bleibt das Hallenbad „Delfinek“ des Kurbetriebs in der ul. Słoneczna 1, mit Planschbecken für Kinder: Karten kann jeder kaufen, nicht nur Kurgäste — das gilt auch für einen Teil der Anwendungen.

Die Öffnungszeiten der Trinkhalle finden Sie beim Kurbetrieb Uzdrowisko Szczawno-Jedlina, Spielplan und Karten beim Kurtheater und die Busverbindungen im Fahrplan von Wałbrzych.

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